
Wir bringen Licht ins Hürden-Dunkel
Der Sprung über eine Hürde oder ein Hindernis ist wohl die klassischste Variante des Hundesport. Darunter kann sich jeder etwas vorstellen und beinahe jeder Hundebesitzer hat seinen Hund schon einmal über etwas hüpfen lassen. Nicht nur, dass es den Hunden viel Spaß macht, es ist auch fester Bestandteil der meisten Hundesportarten. Aber gibt es eigentlich Dinge, die man beachten sollte, wenn man seinen Wuff über Hürden scheucht oder spricht nichts gegen das Überwinden jeglicher Hindernisse auf dem Weg?
Welpen und Junghunde sollten auf große Sprünge verzichten
Zunächst einmal sollte dem geneigten Hundebesitzer klar sein, dass ein Hund nicht unbedingt springen sollte, bevor er nicht mindestens ein Jahr alt und damit annähernd ausgewachsen ist. Dies begründet sich darin, dass das Skelett und die Muskulatur inklusive Sehnen- und Bänderapparat noch nicht fertig ausgebildet sind. Kommt es nun durch hohe oder häufige Sprünge zu immer der gleichen Belastung, nutzen die Gelenke schneller ab oder es entstehen gar Fehlbildungen.

Meiner Einschätzung nach – und meine Tierärztin bestätigte mir das auch – heißt das aber nicht, dass man sofort Alarm schlagen muss, wenn der junge Hund mal einen Hüpfer macht. Im Gegenteil. Bewegung und ab und wann mal ein Hops schaden im Normalfall nicht. Es geht in erster Linie um zu hohe Sprünge, bei denen der Hund nur auf den Vorderbeinen aufkommt und punktuelle Belastungsspitzen entstehen.
Hunde fußen bei der Landung immer mit einem Bein zuerst auf
Außerdem setzen die meisten Hunde bei der Landung ein Bein – und meist auch noch immer das gleiche – zuerst auf. So liegt die ganze Belastung und ein Vielfaches des Körpergewichtes nur auf diesem einen Bein. Das kann auch bei einmaliger Fehlbelastung schon schief gehen.

Ähnlich verhält es sich mit zu häufigen Sprüngen. Wer also mit seinem Junghund schon fürs Agility üben will und ihn wieder und wieder in gleicher Weise auch über niedrige Hürden springen lässt, hat eine genauso blöde Fehlbelastung, wie derjenige, der seinen Hund einmal über eine hohe Hürde hopsen lässt.

Ab und wann mal ein kleiner Sprung ist auch für den jungen Hund okay.
Hohe und häufige Sprünge sollten jedoch bis zu einem Jahr vermieden werden. Genauso wie zu harter Untergrund bei der Landung.
Bei sportlichen Ambitionen von Hund und Halter ist ein Tierarztcheck unumgänglich
Aber auch ab einem Jahr sollte man seinen Hund je nach Ambition noch einmal vom Tierarzt durchchecken lassen, bevor man loslegt. Gerade wer hoch hinaus will und vorhat, mit seinem Hund sportlich aktiv zu werden, der sollte gängige Untersuchungen zu HD (Hüftgelenkdyplasie) und ED (Ellbogendysplasie) machen lassen. Ebenso sollte auch der restliche Bewegungsapparat einmal unter die Lupe genommen werden, um Vorerkrankungen auszuschließen und das Training leistungsgerecht aufbauen zu können.

Auch wer mit seinem Hund „nur“ spaßeshalber im Garten trainiert, ist gut beraten, sich beim Tierarzt einmal rückzuversichern. Denn nur ein gesunder Hund hat lange Freude am Gartensport.

Je größer und schwerer ein Hund ist, desto mehr belastet sportliche Bewegung die Gelenke.
Man sollte seine Vorhaben also auch immer an die Gegebenheiten anpassen, die der eigene Hund mitbringt.
So viel erstmal zum gesundheitlichen Aspekt. Hat man all das abgeklärt und sich für festgestellt, dass man mit seinem Hund gerne Sprünge ins Training einbauen würde, folgt die Qual der Wahl: Welche Hürde ist die beste? Um eins vorweg zu nehmen: Die eine „beste“ Hürde gibt es nicht. Alle Hürdentypen haben ihre Vor- und Nachteile, die man für sich abwägen sollte.
Aber beginnen will ich mit der Auflistung, was es überhaupt für Hürdenarten für Hunde gibt.
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Steck-/Kegelhürden
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Stangenhürden mit losen Abwurfstangen
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Stangenhürden mit fixierten Abwurfstangen
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Stangenhürden ohne Erdspieße zum Aufstellen
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Hundehürden aus Holz
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Hundehürden aus Aluminium
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Koordinationshürden bekannt aus der Leichtathletik
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Profihürden mit seitlichen Fängen
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Cavaletti
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Weitsprung
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Mauern/massive Sprünge
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Reifensprung
Im Folgenden möchte ich nun auf diese unterschiedlichen Hürdenarten etwas genauer eingehen und erklären, für wen welche Hürde wann geeignet ist.
Vorteile
- auf jedem Untergrund nutzbar
- flexibel einsetzbar: als Hürden, Cavaletti, Markierungen, Slalom, etc.
- Aufbau ist einfach, schnell und unkompliziert
- nicht zu teuer
- qualitativ meist gut
- kippen bei Berührung um – kaum Verletzungsgefahr für den Hund
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
- von uns getestet: Der große Steckhürdentest
Nachteile
- durch die Löcher in den Kegeln gibt es nur ganz bestimmte Sprunghöhen – kaum Variationsmöglichkeiten
- die Kegelhöhe limitiert die Höhe des Sprungs
- die Kegel benötigen je nach Größe relativ viel Lagerplatz
Vorteile
- stufenlos höhenverstellbar – damit für jede Hundegröße geeignet
- leicht und platzsparend
- durch die lose Abwurfstange kaum Verletzungsrisiko für den Hund
- günstig
- Stangen vielseitig einsetzbar, beispielsweise als Slalom
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
- von uns getestet: Test: Slalomstangen und Hürdenset
Nachteile
- lassen sich dank der Erdspieße nur auf Rasen verwenden
- bei Wind fallen die Stangen leicht herunter, auch ohne eine Berührung durch den Hund
- beim Aufbau muss man ein bisschen zirkeln, dass die Abwurfstange gut auf den Auflagen liegt
Vorteile
- stufenlos höhenverstellbar – damit für jede Hundegröße geeignet
- leicht und platzsparend
- günstig
- Stangen vielseitig einsetzbar, beispielsweise als Slalom
- Aufbau leichter, als mit losen Stangen – das Zirkeln entfällt, da die Stange direkt eingehakt werden kann
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
Nachteile
- durch die fixierte Abwurfstange kann es beim Hängenbleiben zu Verletzungen beim Hund kommen
- durch die Erdspieße nur auf Rasen zu verwenden
Vorteile
- stufenlos höhenverstellbar – damit für jede Hundegröße geeignet
- auf jedem Untergrund zu verwenden, dank des breiten Fußes
- beim Aufbau muss nicht gezirkelt werden, bis die Abwurfstange zwischen die anderen Stangen passt
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
Nachteile
- die Hürde muss vor jeder Benutzung zusammengesteckt werden und danach auch wieder auseinander
- je nach Aufbewahrung kann man mit den Einzelteilen durcheinanderkommen
- zusammengebaut wegstellen nimmt viel Platz in Anspruch
- hat man einen unebenen Rasen, kann die Hürde kippeln
- weniger weitere Funktionsmöglichkeiten – kein Umfunktionieren zum Slalom möglich
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Vorteile
- optisch schön anzusehen
- durch die lose Abwurfstange besteht weniger Verletzungsgefahr für den Hund
- auf jedem Untergrund zu benutzen, dank des stabilen Fußes
Nachteile
- nicht stufenlos höhenverstellbar – fixe Höhen vorgegeben
- schwerer als Kunststoffhürden
- können zum Wegräumen kaum auseinandergebaut werden – nehmen also viel Platz in Anspruch
- wenig wetterbeständig – selbst behandeltes Holz sollte nicht ewig auf dem nassen Rasen stehen
Vorteile
- leicht, aber dennoch stabil
- hochwertige Optik – sehen den Profigeräten sehr ähnlich
- sehr wetterbeständig
- dank loser Abwurfstange wenig Verletzungspotenzial
- stufenlos höhenverstellbar – damit für jede Hundegröße geeignet
- auf jedem Untergrund zu benutzen, da ein Standfuß vorhanden ist
Nachteile
- teuer
- je nach Material der seitlichen Fänge können sie den Hund bspw. bei Wind irritieren
- wenig Variationsmöglichkeiten – außer man hat gleich mehrere Hürden
Vorteile
- auf jedem Untergrund aufzubauen
- Aufbau schnell und sehr unkompliziert – Hürde hinstellen, fertig!
- können auch zum Kriechen für den Hund verwendet werden
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
Nachteile
- kippen nur in eine Richtung um – springt der Hund aus der falschen Richtung, kann er hängen bleiben und sich verletzen
- bei manchen Modellen nur eine Sprunghöhe möglich
- insgesamt wenig Variationsmöglichkeiten – kein Slalom, keine Markierung möglich
- sperrig und damit nicht so leicht aufzuräumen
Vorteile
- leicht, aber dennoch stabil
- sehr hochwertige Optik
- sehr wetterbeständig
- bestens zur Turniervorbereitung geeignet
- dank loser Abwurfstange wenig Verletzungspotenzial
- stufenlos höhenverstellbar – damit für jede Hundegröße geeignet
- auf jedem Untergrund zu benutzen, da ein Standfuß vorhanden ist
Nachteile
- teuer
- nehmen aufgeräumt noch relativ viel Platz ein
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Vorteile
- nehmen aufgeräumt nur sehr wenig Platz weg – das Sperrigste sind die Stangen
- leicht auf- und abzubauen
- auch für Hunde geeignet, die nicht mehr oder noch nicht springen sollen
- Cavaletti-Training sorgt für guten Muskelaufbau und schonende Bewegungen
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
- die Auflagen können auch als Bodentargets verwendet werden
Nachteile
- nicht als richtige Sprünge zu verwenden
- wenig Variationsmöglichkeiten
Vorteile
- stabil
- hochwertige Optik
- Farben für den Hund gut zu erkennen
- die Weite kann individuell an den Hund und den Trainingszustand angepasst werden
- kann gut als Turniervorbereitung genutzt werden
- wetterbeständig
- kann variiert und zweckentfremdet werden – dadurch vielseitig einsetzbar
Nachteile
- teuer
- sperrig – nimmt beim Aufräumen viel Platz weg
- nicht als Hochsprung zu verwenden – hier wird eine andere Sprungtechnik vom Hund verlangt
Vorteile
- der Hund läuft unter einem hohen Sprung nicht hindurch
- stufenlose Höhenverstellung möglich
- trainiert auch geschlossene Sprünge
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
Nachteile
- ängstliche Hunde können sich am Sprung verweigern, da sie nicht sehen, was dahinter kommt
- springt der Hund aus Versehen in die Mauer, kann er sich verletzen
- der geschlossene Sprung verlangt viel Vertrauen und muss behutsam aufgebaut werden
- dank der Erdspieße nur auf Rasen zu verwenden
- nicht bei viel Wind einzusetzen, da die Plane dann stark flattert
Vorteile
- vielseitig einsetzbar, da der Reifen nicht fest verbaut ist
- größtenteils wetterbeständig, da aus Kunststoff
- günstige Variante für den Reifensprung zuhause
- Sprunghöhe flexibel verstellbar
Nachteile
- etwas knifflig im Aufbau, bis man den Bogen raus hat
- die Einzelteile müssen gut aufgeräumt werden, damit nichts abhanden kommt
- muss separat mit dem Hund trainiert werden – für viele Hunde ist der Reifen wie eine Wand und wird nur ungern durchsprungen
- wenig stabil – rennt der Hund dagegen, löst sich das Konstrukt mitunter auf
- die Größe des Reifens muss zur Größe des Hundes passen – ansonsten kann der Hund den Reifen nicht leicht durchspringen

Wärme deinen Hund IMMER vor dem Training auf.
Entweder durch einen kurzen Spaziergang oder gezieltes Bewegen vor der Arbeit.
Dabei ist es egal, welche Art von Hürde du danach verwendest. Ohne eine gescheite Aufwärmphase kann es zu Sehnen- und Muskelverletzungen kommen.
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